Nachhaltigkeitsbericht 2025
Luftaufnahme eines Waldes: In einer Lichtung bilden Bäume die Form eines Gabelstaplers, umgeben von leuchtenden orangefarbenen Lichtringen und Wolken.

Nachhaltigkeits­strategie und Management

KION verfolgt einen systematischen, konzernweiten Ansatz zur Umsetzung der Nachhaltigkeits­strategie. Dabei ist die Verankerung von Nachhaltigkeit in der Konzernstrategie „Playing to Win“ von zentraler Bedeutung, da sie nicht nur profitables Wachstum sichert, sondern auch die Verantwortungsübernahme für Belegschaft, Umwelt und Gesellschaft stärkt.

Doppelte Wesentlichkeitsanalyse

STILL orientiert seine Nachhaltigkeitsaktivitäten an den Ergebnissen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse (DMA/Double Materiality Analysis) von KION, die auf dem Konzept der Unterscheidung zwischen unwesentlichen und wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs/Impacts, Risks, Opportunities) basiert. Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse bewertet sowohl die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit („inside-out“) als auch die damit verbundenen finanziellen Risiken und Chancen („outside-in“).

Der vollumfängliche Prozess zur Identifikation und Bewertung der wesentlichen IROs wurde im Geschäftsjahr 2024 auf Konzernebene unter Einbindung der Operating Unit KION ITS EMEA durchgeführt. Im Geschäftsjahr 2025 wurde der DMA-Prozess überarbeitet, um eine Übereinstimmung mit den vom Risikomanagement neu definierten Bewertungsgrößen zur finanziellen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken sicherzustellen.

Die wesentlichen IROs sind in den ESRS-Themen „E1 Klimawandel“, „E2 Umweltverschmutzung“, „E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“, „S1 Eigene Belegschaft“, „S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“ und „G1 Unternehmens­führung“ verortet. Die wesentlichen IROs werden entweder über die Ziele der KION Nachhaltigkeitsstrategie oder durch Programme in den sieben Handlungsfeldern gesteuert. Wesentliche Ergebnisse und neu identifizierte, unternehmens­spezifische Themenfelder werden bei der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie und der Festlegung von Zielen in die Betrachtung einbezogen.

Eine Übersicht der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte im Kontext der themenspezifischen ESRS (IROs) sowie Details zur Methodik sind dem Konzern-Nachhaltigkeitsbericht im Geschäftsbericht 2025 zu entnehmen.

Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie

Hausdiagramm der Nachhaltigkeitsstrategie von KION. Das Dach trägt den Leitsatz „We take responsibility: People, Products, Processes“, darunter steht nachhaltige Unternehmensführung (Sustainable governance). Drei Säulen stehen für Lieferanten (Lieferkette), KION (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Talente) und Kunden (Nachhaltigkeit von Produkten und Lösungen). Kreislaufwirtschaft sowie Klima und Energie bilden das Fundament über alle drei Säulen hinweg.

STILL folgt bei der operativen Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie dem systematischen Ansatz von KION. Nachhaltigkeit ist bei STILL mit übergreifenden Zielen und Initiativen in den drei strategischen Dimensionen People, Products und Processes gebündelt, die auf dem allgemeinen Grundsatz der Verantwortungsübernahme beruhen. Diese drei Dimensionen bilden den Rahmen für die sieben Handlungsfelder der Nachhaltigkeit. Abgeleitet aus der Nachhaltigkeits­strategie von KION und der doppelten Wesentlichkeitsanalyse verfolgt STILL in diesen Handlungsfeldern konkrete Programme mit Zielen, Maßnahmen und einem entsprechenden Monitoring, um die Erwartungen seiner Stakeholder sowie politische und gesetzliche Vorgaben zu erfüllen.

Auch im Geschäftsjahr 2025 wurde die konzernweite Nachhaltigkeitsstrategie weiterentwickelt. Das Handlungsfeld „Product and solution safety“ wird zukünftig über die Technologieorganisation (CTO/Chief Technology Officer) von KION als Bestandteil der strategischen Technologieausrichtung des Konzerns gesteuert. Alle weiteren Zielsetzungen im Rahmen der konzernweiten Nachhaltigkeitsstrategie wurden im Vergleich zum Vorjahr unverändert weiterverfolgt. Die stetige Weiterentwicklung der KION Nachhaltigkeitsstrategie umfasst die Definition beziehungsweise die Konkretisierung von Zielen, die Berücksichtigung der Ergebnisse der doppelten Wesentlichkeitsanalyse, den Abgleich mit externen Anforde­rungen sowie die Abstimmung mit internen Stakeholdern sowohl auf Konzernebene als auch innerhalb der Operating Units. Die strategischen Zielsetzungen, die STILL als Teil von KION verfolgt, sind unter „Führende Ziele“ zu finden.

Als Teil von KION beachtet STILL die konzernweiten Regeln und Grundsätze für eine nachhaltige Unternehmensführung. Darüber hinaus sind Nachhaltigkeitskriterien mithilfe von unternehmensspezifischen Richtlinien und Instrumenten fest im operativen Geschäft verankert. Dazu gehören beispielsweise die Richtlinien für ein integriertes HSE-Management (Health, Safety and Environment/Gesundheit, Sicherheit und Umwelt) sowie Zertifizierungen in Arbeitsschutz- und Umweltschutznormen (ISO 14001, ISO 45001 und ISO 50001).

Unternehmen

STILL ist ein führender Anbieter von innerbetrieblichen Logistiklösungen mit Sitz in Hamburg (Deutschland). Das Portfolio umfasst Gabelstapler, Lagertechnik, vernetzte Systeme und Dienstleistungen. Zu den Markenzeichen des 1920 von Hans Still gegründeten Unternehmens zählen passgenaue kundenspezifische Lösungen mit einem exzellenten Service. STILL hat sich das Ziel gesetzt, die Intralogistik „smart“ zu machen. Zu diesem Zweck werden intelligente Lösungen entwickelt, um die Abläufe in der Lagerwirtschaft reibungsloser und effizienter zu gestalten. Damit wird die Gesundheit der im Unternehmen tätigen Menschen besser geschützt und zugleich werden höchste Nachhaltigkeitsstandards erfüllt. Daher forciert STILL neue Lösungen für die E-Mobilität und Automatisierung – vom Flotten- und Energiemanagement bis hin zur Zirkularität, also der konsequenten Schonung von Ressourcen und der Wiederverwertung eingesetzter Materialien. STILL ist der smarte und zuverlässige Partner für Intralogistik. Um jedem Kunden individuell auf ihn zugeschnittene passgenaue Lösungen anbieten zu können, bietet STILL ein breites Portfolio an Fahrzeugen, Systemen und Beratungsleistungen an.

Neben dem Neukauf bietet STILL auch gebrauchte Modelle und Mietoptionen an. Mit einer großen Mietflotte von mehr als 34.000 Fahrzeugen findet STILL für jeden Kundenwunsch die passende Lösung.

Anzahl der Fahrzeuge in der Mietflotte

Nachhaltigkeits­organisation

Seit 2023 verantwortet die Chief People & Sustainability Officer (CPSO) innerhalb des Vorstands der KION GROUP AG den Bereich Personal sowie den Themenkomplex Nachhaltigkeit, einschließlich Arbeitssicherheit und Gesundheit. In dieser Rolle liegt ihre Verantwortung unter anderem darin, die Entwicklung und Implementierung der Nachhaltigkeitsstrategie in Übereinstimmung mit den Zielen des Unternehmens sicherzustellen. Sie führt zudem den Vorsitz im Nachhaltigkeitsrat (Sustainability Council), dem auch die Verantwortlichen für die sieben Handlungsfelder, die Nachhaltigkeits­koordina­torinnen und -koordinatoren der Operating Units und Funktionen sowie Mitglieder des zentralen Nachhaltigkeits­managements angehören. Im Nachhaltigkeitsrat ist STILL als Teil der Operating Unit KION ITS EMEA entsprechend vertreten.

Die Fortschritte werden regelmäßig von den Nachhaltigkeits­koordinatorinnen und -koordinatoren der Operating Units, den Handlungsfeld­verantwortlichen, dem zentralen Nachhaltigkeitsmanagement und speziellen Gremien (Komitees) überprüft. KION ITS EMEA und die relevanten zentralen Funktionen berichten dem Nachhaltigkeitsrat regelmäßig über ihre Fortschritte. Diese werden zudem im Rahmen der konzernweiten Strategieentwicklung und -umsetzung im Vorstand erörtert. Weitere Informationen zur Governance-Struktur sind dem Konzern-Nachhaltigkeitsbericht im Geschäftsbericht 2025 zu entnehmen.

Initiativen und Ratings

Logo der Science Based Targets initiative: „Science Based Targets – Driving Ambitious Corporate Climate Action“ (Ambitionierter Klimaschutz in Unternehmen)

Im Jahr 2023 hat sich KION den Zielen der Science Based Targets initiative (SBTi) verpflichtet und sich auf dieser Basis das langfristige Klimaziel gesetzt, vor dem Jahr 2050 Netto-Null-Treibhausgas­emissionen (THG-Emissionen) entlang ihrer Wertschöpfungskette zu erreichen. Für 2030 werden bedeutende Zwischenziele angestrebt (siehe Ziele im Konzern-Nachhaltigkeitsbericht des Geschäftsberichts 2025). Der Konzern folgt damit einem wissenschaftlich fundierten Rahmen und bekennt sich zum Ziel des Pariser Klimaabkommens von 2015, die globale Erwärmung auf 1,5 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Die Ziele des Klimamanagements wurden von der SBTi im Jahr 2024 formell gewürdigt. Die Selbstverpflichtung von KION ist in der Zielübersicht der SBTi öffentlich einsehbar und wird zudem intern an die eigenen Mitarbeitenden sowie an Kunden und Lieferanten kommuniziert.

Das Siegel „EcoVadis Platinum Sustainability Rating“ (Nachhaltigkeitsbewertung in Platin), Top 1 %, März 2026

Seit 2012 wird STILL durch den unabhängigen Dienstleister EcoVadis regelmäßig hinsichtlich der Unternehmensverantwortung als Lieferant geprüft und bewertet. Nach den bereits sehr guten Gold-Bewertungen der vergangenen Jahre zeichnete die international anerkannte Ratingagentur EcoVadis STILL zum vierten Mal in Folge mit dem höchsten Bewertungslevel Platin aus. Mit 91 von 100 möglichen Punkten gehört STILL weiterhin zu den Top 1 Prozent aller bewerteten Unternehmen und übertrifft erneut sein eigenes Vorjahresergebnis. STILL erhielt in allen vier Kategorien „Umweltmanagement“, „Arbeits- und Menschenrechte“, „Ethik“ sowie „nachhaltige Beschaffung“ überdurchschnittlich gute Werte. Das Analysesystem von EcoVadis umfasst 21 Kriterien aus den vier Themen­bereichen. Die Methodik basiert auf internationalen Nachhaltigkeitsstandards wie der Global Reporting Initiative (GRI), den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO/International Labour Organization), dem UN Global Compact, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie der Nachhaltigkeitsleitlinie ISO 26000.

EcoVadis-Bewertung

Für einen neu errichteten Campus, der 54.000 Quadratmeter Logistik‑ und Werkstattfläche umfasst, erhielt eine Geschäftseinheit von STILL in Bremen eine weitere Nachhaltigkeitsauszeichnung im Jahr 2025. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen zeichnete den gesamten Campus mit dem Platinzertifikat aus – der höchsten erreichbaren Nachhaltigkeitsauszeichnung für besonders zukunftsfähige und ressourcenschonende Gebäude über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Alle Gebäude erfüllen zudem den Energiestandard Effizienzhaus 40 und sind mit großflächigen Photovoltaikanlagen ausgestattet. Die gebündelten Logistik‑ und Werkstattflächen ermöglichen die Aufarbeitung gebrauchter Gabelstapler für den Zweitmarkt, das Handling einer umfangreichen Mietflotte sowie Administration und Vertrieb. Damit stärkt STILL seine strategische Ausrichtung auf Kreislaufwirtschaft und erhöht zugleich die operative Effizienz.

STILL ist zudem Partner der Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence. Diese Initiative des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) hat sich das Ziel gesetzt, die Nachhaltigkeit im Maschinen‐ und Anlagenbau zu fördern und nachhaltige Lösungen der Branche bekannt zu machen. Im Rahmen der Partnerschaft hat sich STILL zur Einhaltung der zwölf Nachhaltigkeitsleitsätze des Maschinen‐ und Anlagenbaus verpflichtet.

STILL ist auch Teil der UmweltPartnerschaft Hamburg, einem Netzwerk aus Unternehmen, welche sich kontinuierlich für Klima- und Umweltschutz engagieren. Vor dem Hintergrund des Klimawandels möchte das Netzwerk insbesondere einen Beitrag zur Energiewende leisten. Dazu gehören ein geringerer Energieverbrauch und ein verbessertes Stoffstrom­management im Interesse einer effizienteren Ressourcennutzung. Bis 2040 will Hamburg die CO2-Emissionen schrittweise um mindestens 98 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. Bis 2030 sollen sich die CO2-Emissionen der Stadt um 70 Prozent gegenüber 1990 verringern. Als aktiver UmweltPartner leistet STILL seinen Beitrag zum Klimaschutz durch die Umsetzung des Energieprogramms im Rahmen der Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001.